Der Kriegsrat der Horde – Erster Teil

Auf nach Orgrimmar

Die Königsblaue Garde erhielt aus heiterem Himmel einen dringenden Marschbefehl.
In den als geheim klassifizierten Berichten war die Rede von einem Ereignis katastrophalen Ausmaßes in der Wüste von Silithus.
Wie immer verlor unser Kommandant keine Zeit und versetzte unsere Truppen in Marschbereitschaft. Gleichzeitig verfasste er Schreiben und sandte Boten in alle Himmelsrichtungen aus.

Der Saal war gut gefüllt.

Eile war geboten. Ein großer Teil unserer Streitkräfte vertrieb sich noch die Zeit auf Argus und auf den Inseln, aber die Umstände duldeten keinen Aufschub.

Kommandant Stundenruf kontaktierte die Anführer aller Clans, aller Adelshäuser und Söldnerverbände, die eine nennenswerte Streitmacht unter ihrem Banner versammelt hatten und lud sie zu einem Kriegsrat der Horde ein.
Keiner konnte sich der Dringlichkeit der Situation und dem diplomatischen Geschick unseres Kommandanten entziehen und so kamen sie. Alle.


Von der Schönheit des Silberwaldes...


Auf dem Weg zum Zeppelinanleger in Brill trafen wir mit den Truppen der Seuchenfaust zusammen. Nach einer ereignislosen Überfahrt marschierten wir durch die Hauptstadt der Horde zum neuen Botschaftsgebäude, wo sich bereits die Angehörigen der Clans, Stämme und Adelshäuser sammelten.

...in die rote stickige Orcmetropole

Kommandant Stundenruf, verlegte unsere Truppen in die Halle der Legenden, wo wir uns in gewohnt disziplinierter Manier vor unserem Banner positionierten. Nach und nach füllte sich das große Gebäude und die Anwesenden reihten sich entlang der Wände auf. Viele Banner wurden aufgestellt und Gespräche und Sticheleien füllten die Luft mit Stimmengewirr.

Exekutor Stundenruf erhob die Stimme nur minimal, doch die Gespräche verstummten und Ruhe kehrte ein. Der Kommandant, wortkarg wie immer, erläuterte in gewohnter Effizienz kurz den Grund des Zusammentreffens und bat die Anführer der erschienenen Gruppierungen, sich und ihren Stamm, ihren Clan oder ihr Adelshaus kurz vorzustellen.

Nachdem die zukünftigen Mitglieder des Kriegsrates bestimmt worden waren, konnten sich die Anwesenden freiwillig zu einer Expedition nach Silithus melden, um die Vorgänge dort gemeinsam zu untersuchen.

Kommandant Stundenruf im Zentrum der Aufmerksamkeit

Wie zu erwarten war, ließ der Donneraxtclan sich nicht lange bitten. Die groß gewachsenen Nordorks auf ihren imposanten Reitwölfen schienen es kaum erwarten zu können, sich den Gefahren einer derartigen Exkursion zu stellen. Auch der Adel der Sin'dorei ließ sich nicht von den Berichten einschüchtern und die Elfen schwangen sich in ihren glänzend-farbenprächtigen Rüstungen auf ihre Falkenschreiter. Tauren und Trolle unterschiedlicher Stämme, kämpferisch und entschlossen, folgten ebenfalls dem Ruf unseres Kommandanten. Selbst einige Goblins schlossen sich an und ich könnte mich irren, aber eventuell gab es sogar irgendwo einen Pandaren.

Orcs auf Reitwölfen in der Steppe, nichts neues im Westen

Bereits auf dem Weg zum Wegekreuz war klar, dass wir unterwegs mit Widerstand der Allianz zu rechnen haben würden. Aber mitten im Brachland, in der Sicherheit des Wegekreuzes, war die Stimmung eher heiter und entspannt. Feuer wurden entzündet, Banner aufgestellt und Lager aufgeschlagen. Es roch nach dem Rauch unzähliger Kochstellen und der Duft unterschiedlichster Speisen zog durch die kühler werdende Nachtluft. Man hörte Gespräche und gelegentliches Gelächter. Zwar lagerte jede der einzelnen Gruppen an ihrem eigenen Feuer, doch war ein reger Austausch zwischen den Anwesenden zu beobachten und abgesehen von den ein oder anderen verbalen Geplänkeln blieb die Nacht friedlich.


Kommissar Nivelig, respektvoll wie immer!

Auf nach Tanaris


Am nächsten Morgen brach der Heerzug früh auf. Wir folgten der Straße durch die Steppe des Brachlandes nach Ratchet, dem einzigen Hafen der Gegend

Abmarsch vom Wegekreuz


Wir marschierten an den erstaunt blickenden Bewohnern des Küstenstädtchens vorbei und folgten dem Küstenverlauf, bis in der Ferne die hohen Türme und die weißen Mauern der Nordwacht Festung der Allianz sichtbar wurden.
Woher sie wussten dass wir unterwegs waren, wird wohl immer ungeklärt bleiben, auch wenn ich zum Licht bete, dass der Verräter gefunden wird.
Aber noch bevor wir zur Furt kamen, erschollen die Rufe der Späher. „Allianz“, „Feindkontakt“ und da sahen wir sie auch bereits; zum Teil im Wasser stehend warteten sie am anderen Ufer auf unseren Versuch die Furt zu überqueren.
Ein kurzer Blick durch das Handfernrohr zeigte, dass sie Zahlenmäßig unterlegen waren, jedenfalls von dem was außerhalb der Mauern zu sehen war.

Kommandant Stundenruf teilte die Truppen der Anwesenden ein, ließ die Kämpfer Aufstellung nehmen und gab den Befehl zum Angriff.
Wie es nicht anders von den Lebenden zu erwarten war, stürzten sie sich disziplinlos, ihre Waffen schwingend und brüllend auf den Feind am anderen Ufer.
Die ersten Allianzler fielen unserem Ansturm zum Opfer, ihre Kameraden versuchten die Verwundeten durch die weit offenen Tore der Burg ins Innere in Sicherheit zu bringen. Vom Kampfrausch benebelt stürmten unsere Kämpfer hinterher, ins Innere der Burg. Kommandant Stundenruf, ein erfahrener Taktiker, erkannte sofort den fatalen Fehler dieses Handelns und befahl den umgehenden Rückzug aus der Burg. Nur seinem schnellen Eingreifen ist es zu verdanken, dass die Tore sich nie hinter unseren Leuten schlossen und sie im Inneren der Festung nicht aufgerieben wurden. Zu Recht zornig, befahl Kommandant Stundenruf die Vefolgung der vereinzelten Allianzmitglieder einzustellen und unseren Marsch fortzusetzen.


Die Nachhut unserer Truppen war noch dem ein oder anderen Angriff durch die Allianz ausgesetzt, aber es gab nur leichte Verletzungen und keine Toten auf unserer Seite.
Wir marschierten zügig und ohne große Unterbrechungen zur Ödnisfeste weiter, wo wir innerhalb der dicken Mauern der Orkburg eine Rast einlegten und die Verwundeten versorgten.
Nachdem die schlimmsten Blessuren behandelt worden waren, setzten wir uns wieder in Marsch.
Die Düstermarschen machten gerade bei Nacht ihrem Namen alle Ehre, unsichtbare Grillen und Zikaden zirpten in der schwülen Nacht und unzählige Frösche ließen ihr schnarrendes Quaken erschallen. Wir folgten der subtilen Goblinbeschilderung zu einem ihrer winzigen Posten, der natürlich bestückt war mit überflüssiger Beleuchtung und selbst in der Nacht erfüllt vom Rattern irgendwelcher Apparaturen. Ein Vorgeschmack auf unsere nächste Station, wie mir bald klar werden sollte.
Mücken und Egel plagen nur die Lebenden, ein Hurra auf den Sumpf!

Die schwüle, drückende Sumpfluft wurde klarer und eine frische, salzige Brise brachte die Baumwipfel zum Schwingen und die langen Flechten, die von den Zweigen hingen, flatterten wie gespenstische Vorhänge. Wir folgten dem steiler werdenden Pfad und ließen den Sumpf hinter uns. Oben, auf dem Grat der Bergkette angekommen, erstreckte sich vor uns die im Mondlicht schimmernde Wasserfläche, die nun seit einigen Jahren die Schimmernde Ebene bedeckte.
In mitten des ruhig daliegenden Sees waren die Lichter des berüchtigten Goblinschiffs zu sehen und wenn der Wind sich in unsere Richtung drehte konnte man den üblichen Lärm und den Geruch verbrennenden Öls wahrnehmen, der von solchen Siedlungen im Allgemeinen ausging.

Ein ruhiges Nachtlager sieht anders aus

Der Kommandant hatte wie üblich an alles gedacht und eine große Transportkiste mit unzähligen Goblingleitern stand bereit. Die Gardisten übernahmen das Verteilen an alle die mutig genug waren, sich mit einer solchen Gerätschaft in die Luft zu schwingen und wir stellten uns an dem Steg auf, der wie für solche Operationen gemacht zu sein schien.
Auf mein Kommando sprangen die Gardisten, die in solchen Operationen ja bereits geübt waren, ohne zu Zögern in die Tiefe und wir glitten durch die frische Nachtluft. Leider war die Absprunghöhe nicht ausreichend und so trafen wir, noch bestimmt hundert Meter vom Schiff entfernt, auf der Wasseroberfläche auf.
Ich befreite mich aus dem Gleiter und verteilte Levitationszauber an die Kameraden in meiner Nähe. Tropfnass schwebte ich über die Wasserfläche und suchte nach einem Eingang zu dem Goblindampfer.
Nachdem ich ihn gefunden und unsere Soldaten sich gesammelt hatten, entließ der Kommandant uns in den Dienstschluss.

Gardisten, Seuchenfaust und ein...Gnom (einer von vielen, einer mehr oder weniger fällt da gar nicht auf)


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